Posted on 21. September 2026
So hostest du einen Gameserver auf einem Dedicated Server
von Jesse S.
Angefangen hast du mit einem gemieteten Minecraft- oder ARK-Slot. Inzwischen betreibst du drei oder vier Server über zwei, drei Spiele hinweg und jonglierst mit getrennten Panels, getrennten Rechnungen und getrennten Ressourcenlimits. Spätestens dann ist ein Dedicated Server kein Upgrade mehr, sondern die naheliegende Entscheidung.
Dieser Guide geht beides durch, die Entscheidung und die Einrichtung: wann sich eine eigene Maschine rechnet, wie du die Hardware aussuchst, welches Betriebssystem du fährst, ob du ein Panel nimmst oder alles manuell machst, welche Netzwerk-Grundlagen vor dem ersten Spieler stehen müssen und was du in der ersten Stunde nach der Bereitstellung tust.
Wann sich ein Dedicated Server mehr lohnt als einzelne gemietete Slots
Gemietete Gameserver-Slots werden pro Spiel und pro Slot-Anzahl abgerechnet. Die Kosten wachsen also linear mit jeder Community, die du betreibst. Ein Rust-Server dazu, eine Rechnung dazu. Eine ARK-Map dazu, noch eine Rechnung. Und jeder Slot bringt eine harte Ressourcenobergrenze mit, die der Tarif festlegt, nicht du.
Ein Dedicated Server dreht diese Rechnung um. Du zahlst einen Festpreis für die ganze Maschine, und jeder Gameserver, den du darauf ausrollst, greift auf denselben Pool aus CPU-Kernen, RAM und NVMe-Speicher zu. Zwei oder drei gemietete Slots sind oft noch günstiger als ein Dedicated Server. Bei vier oder fünf aktiven Gameservern kippt es meistens, vor allem wenn einer davon RAM-hungrig ist (ein moddedes Minecraft-Pack, eine ARK-Map mit voller Serverliste, mehrere Rust-Server mit Plugins), weil du dann keinen Aufschlag pro Slot mehr zusätzlich zu den reinen Hardwarekosten zahlst.
Die eigenen Preise von Host Havoc zeigen, wo diese Grenze verläuft. Minecraft-Tarife kosten $5 pro GB RAM, der Einstiegs-Dedicated-Server liegt bei $200 im Monat und bringt 128 GB mit, macht rund $1.56 pro GB. Sobald deine Server zusammen auf etwa 40 GB gemieteten RAM kommen, zahlst du genauso viel wie für die komplette Maschine. Ein Modded-Server mit 16 GB, ein Minigames-Server mit 12 GB und zwei Survival-Welten mit je 8 GB bringen dich schon auf 44 GB.
Der zweite Faktor ist Kontrolle. Bei einem gemieteten Slot sind RAM und Spielerlimits durch den gebuchten Tarif vorgegeben. Auf einem Dedicated Server gehört die Hardware allein dir, und du entscheidest, wie du sie aufteilst. Die Dedicated-Tarife von Host Havoc kommen zum Beispiel ohne Vertragsbindung, und die Hardware gehört dem Unternehmen selbst: Zwischen dir und der physischen Maschine sitzt also kein Reseller.
Die passende Hardware für Gameserver auswählen
Die meisten Gameserver-Prozesse laufen in ihrer Hauptschleife single-threaded oder nur leicht parallelisiert. Taktrate und Pro-Kern-Leistung zählen deshalb mehr als die reine Kernanzahl. Minecraft ist das deutlichste Beispiel: Der Haupt-Tick-Loop des Servers, also der Teil, der Mob-KI, Block-Updates, Redstone und Spieleraktionen abarbeitet, läuft auf einem einzigen Thread. Der Server zielt auf 20 Ticks pro Sekunde, dieser eine Thread hat also 50 Millisekunden Zeit pro Tick. Eine CPU mit wenigen schnellen Kernen schafft mehr Ticks als eine CPU mit vielen langsamen Kernen, weil nur ein Kern den kritischen Pfad trägt.
Diese Single-Thread-Lastigkeit zieht sich durch fast das ganze Genre. Survival- und Sandbox-Titel wie ARK und Valheim und viele Shooter auf Source- oder GoldSrc-Basis hängen beim Spielzustand an einem Hauptthread, selbst wenn die Engine Netzwerk, Physik oder Chunk-Generierung auf ein paar weitere Threads verteilt. Wenn du zwischen Serverkonfigurationen wählst, nimm lieber eine CPU mit hoher Single-Core-Taktrate und aktueller Architektur als eine, die einfach nur mehr Kerne hat.
Wie viel RAM du einplanen musst, hängt komplett davon ab, was du betreibst, und es summiert sich schnell, sobald mehrere Server auf einer Maschine liegen. Die folgenden Werte stammen von den Entwicklern und aus den Wikis der jeweiligen Spiele:
- Vanilla Minecraft: 4 GB reichen laut Tariftabelle von Host Havoc für 20 bis 35 Spieler.
- Modded Minecraft: Host Havoc empfiehlt mindestens 4 GB für jedes Modpack und 8 GB oder mehr für Kitchen-Sink-Packs.
- ARK: Survival Ascended: Das ARK-Wiki veranschlagt für The Island 8 bis 10 GiB und für The Center 10.5 bis 12 GiB, und jede Map in einem Cluster ist ein eigener Server.
- Rust: Das Wiki von Facepunch verlangt 12 GB freien RAM, bei einer 6k-Map mehr.
- Palworld: Die Doku von Pocketpair nennt 16 GB und empfiehlt für stabilen Betrieb mehr als 32 GB.
Der Speicher spielt eine größere Rolle, als viele erwarten. Spielwelten werden permanent gelesen und geschrieben: Minecraft schreibt bei jedem Chunk-Save Region-Dateien, ARK speichert die komplette Map per Timer automatisch, und Rusts prozedurale Maps und Savegames werden auf gut besuchten Servern richtig groß. NVMe-Laufwerke verkraften diese kleinteilige Random-I/O deutlich besser als drehende Platten oder auch SATA-SSDs. Genau deshalb kommt jede aktuelle Dedicated-Stufe bei Host Havoc mit NVMe-Speicher statt mit älteren SATA-Laufwerken.
Damit du ein Gefühl für das Verhältnis von Preis und Ausstattung bekommst: Die Dedicated Gameserver von Host Havoc reichen von $200/Monat für einen Intel Xeon E-2388G mit 128 GB DDR4 bis zu $385/Monat für einen AMD Ryzen 9950X mit 192 GB DDR5, alle mit NVMe-Speicher und 100 TB Traffic. Host Havoc listet neben jeder CPU einen Single-Core-Benchmark-Score, und zwar genau aus dem oben genannten Grund. Der Ryzen 7900X für $280/Monat liegt im Single-Core rund 25% über dem Xeon, und die drei Ryzen-Stufen liegen innerhalb von 4% beieinander. Der Schritt vom 7900X zum 9950X bringt dir also vor allem mehr Kerne und mehr RAM, nicht schnellere Ticks.
RAM und Speicher lassen sich bei jeder dieser Stufen nachträglich aufrüsten, du musst deine Obergrenze also nicht an Tag eins erraten. Für zwei oder drei moderate Gameserver reicht dir die Xeon-Stufe. Wenn du ein moddedes Minecraft-Pack, einen ARK-Cluster und ein paar Rust-Server auf dieselbe Maschine stapelst, willst du die höher getakteten Ryzen-Stufen mit mehr RAM-Reserve.
Das Betriebssystem wählen
Ernsthaft zur Wahl stehen zwei Wege: Linux oder Windows Server. Das meiste Dedicated Gamehosting läuft auf Linux, weil die meisten Gameserver-Binaries (Minecraft, Rust, Valheim, Palworld, CS2 und die meisten Source-Engine-Titel) einen nativen Linux-Build mitbringen und für das Betriebssystem selbst keine Lizenzgebühr anfällt. Als Linux-Optionen hat Host Havoc AlmaLinux, Rocky Linux, Ubuntu, Debian, Fedora und CentOS im Angebot.
Windows Server gibt es ebenfalls, und für Titel, die überhaupt kein Linux-Serverbinary liefern, ist es die richtige Wahl. ARK: Survival Ascended ist das übliche Beispiel: Laut ARK-Wiki setzt es Windows voraus und unterstützt Linux nicht nativ. Die Lizenz wird monatlich zusätzlich zum Serverpreis abgerechnet. Sieh dir die Serverdokumentation jedes Titels an, bevor du dich auf ein Betriebssystem festlegst, denn ein von der Community gepflegter Wine- oder Proton-Wrapper ist nicht dasselbe wie ein Binary, das der Entwickler gebaut und getestet hat. Wenn auch nur ein Spiel auf deiner Liste Windows-only ist, entscheidet dieser eine Titel über das Betriebssystem der ganzen Maschine.
Panel oder manuelle Einrichtung
Du musst nicht alles über eine nackte Shell verwalten. Host Havoc legt jedem Dedicated Server ohne Aufpreis ein kostenloses Panel zur Gameserver-Verwaltung bei, mit dem du Gameserver auf der Maschine ausrollst und steuerst. Das funktioniert sowohl, wenn du ein vollständig verwaltetes Setup willst, als auch, wenn du lieber selbst Hand anlegst.
Zwei weitere Panels tauchen in Gaming-Communitys ständig auf, und es lohnt sich zu wissen, wofür sie taugen:
- Pterodactyl ist kostenlos, quelloffen und betreibt jeden Gameserver in einem isolierten Docker-Container hinter einer Weboberfläche. Eine starke Wahl, wenn dir etwas Konfigurationsarbeit am Anfang nichts ausmacht und du die Ressourcenlimits pro Serverinstanz feingranular steuern willst. Der zugehörige Wings-Daemon läuft nur unter Linux, auf einer Windows-Maschine fällt er damit weg.
- AMP (Application Management Panel) von CubeCoders ist ein kommerziell lizenziertes Panel mit aufgeräumter Oberfläche und breiter Spieleunterstützung ab Werk, unter Windows wie unter Linux. Die Lizenzierung ist nach Editionen gestaffelt, prüf die aktuellen Bedingungen also gegen die Zahl der Instanzen, die du betreiben willst.
Ein Panel ist kein Muss. Wenn dir SSH, systemd-Services und SteamCMD vertraut sind, kannst du alles manuell fahren und dir die zusätzliche Schicht komplett sparen. Die meisten Communitys mit mehr als zwei oder drei Servern landen trotzdem bei einem Panel, weil ein Klick auf Start angenehmer ist, als sich per SSH einzuloggen und sich an die richtigen Startparameter zu erinnern.
Netzwerk-Grundlagen, bevor die ersten Spieler verbinden
Dein Dedicated Server kommt mit einer eigenen dedizierten IP-Adresse. Das zählt, weil deine Gameserver sich so keine per NAT geteilte Adresse mit fremdem Traffic teilen und DNS-Einträge oder Einträge im Steam-Serverbrowser sauber auf dich zeigen.
Jedes Spiel braucht bestimmte offene Ports, und die Standardwerte unterscheiden sich je Titel:
- Minecraft (Java Edition): 25565 TCP.
- Rust: 28015 UDP als Spielport, dazu ein RCON-Port auf TCP und ein Query-Port auf UDP. Liegt RCON wie in Facepunchs Beispiel auf 28016, ist der Query-Port standardmäßig 28017, also einer über dem höheren der beiden anderen.
- Palworld: 8211 UDP.
- Valheim: 2456 und 2457 UDP. Der Server belegt den Port, den du setzt, und den nächsthöheren dazu.
- ARK: Survival Ascended: 7777 UDP fürs Spiel, 27015 UDP für den Query-Port und 27020 TCP für RCON.
- Die meisten Source-Engine- und GoldSrc-Titel (CS2, Team Fortress 2 und ähnliche): 27015.
Sieh dir die letzten beiden Punkte genauer an. ARKs Query-Port und jeder Source-Engine-Server liegen standardmäßig beide auf 27015. Auf derselben IP kollidieren sie also in dem Moment, in dem du sie zusammen aufsetzt, und einer von beiden muss umziehen. Dasselbe gilt für die zweite Instanz eines Spiels: Minecraft rückt auf 25566, die zweite Valheim-Welt startet auf 2458, weil die erste schon zwei Ports belegt, und so weiter. Ein Panel wie Pterodactyl oder das mitgelieferte Panel von Host Havoc erledigt das automatisch für dich, sobald du eine neue Instanz ausrollst.
Das zweite Thema, das vor dem Start auf den Plan gehört und nicht erst, wenn der Server mitten im Event wegbricht, ist DDoS-Schutz. Host Havoc hat DDoS-Schutz bei seinen Dedicated Servern im Grundpreis drin, abgesichert durch ein SLA mit 100% Strom- und Netzwerk-Uptime. Ein Angriff auf einen deiner Gameserver reißt dir damit nicht gleich die komplette Anbindung weg.
Die ersten Schritte nach der Bereitstellung
Sobald die Maschine bereitsteht, bringt dich eine kurze Checkliste von leerer Hardware zur laufenden Community:
- Melde dich am Panel an (oder per SSH) und prüf, ob Betriebssystem, IP-Adresse und offene Ports dem entsprechen, was du bestellt hast.
- Rolle deine erste Gameserver-Instanz über das Panel aus oder hol dir die Dedicated-Server-Dateien manuell über SteamCMD, wenn du den manuellen Weg gehst.
- Lege RAM- und CPU-Zuteilung für diese Instanz fest und lass Reserve, wenn später weitere Server auf dieselbe Maschine sollen.
- Konfiguriere die spielspezifische Konfigurationsdatei (server.properties für Minecraft, server.cfg für Rust, GameUserSettings.ini für ARK) mit Servername, Passwort und deiner Mod- oder Plugin-Liste.
- Öffne und leite die richtigen Ports für dieses Spiel weiter und teste die Verbindung anschließend von außerhalb deines eigenen Netzes.
- Richte automatische Backups oder geplante Speicherpunkte ein, bevor du Spieler einlädst, nicht erst, wenn etwas schiefgelaufen ist.
- Nimm den zweiten und dritten Gameserver auf demselben Weg dazu und behalte die gesamte RAM- und CPU-Zuteilung über alle Instanzen im Blick, damit nichts verhungert.
Für die spielspezifischen Details (App-IDs, Startparameter, Konfigurationsschlüssel) folgst du der Anleitung für deinen Titel: Palworld Dedicated Server einrichten, Conan Exiles Dedicated Server einrichten, einen Rust-Server einrichten oder einen DayZ-Server einrichten.
Private Netzwerke, BGP und größere Hardware bei Serverside.com
Manche Communitys wachsen über das hinaus, was eine einzelne Maschine leisten kann. Ein Minecraft-Netzwerk setzt einen Velocity-Proxy vor eine Handvoll Backend-Server und eine gemeinsame MySQL-Datenbank, und auf einmal müssen diese Maschinen privat miteinander reden statt über das öffentliche Internet. Eine Rust-Community fängt an, Server in drei Regionen zu betreiben. Jemand im Team bringt das Announcen eigener IP-Ranges ins Gespräch. Spätestens dann baust du Infrastruktur, und die Einkaufsliste ändert sich:
- Private Netzwerke zwischen den Maschinen, damit Proxys, Game-Nodes und Datenbank nicht im öffentlichen Internet hängen.
- BGP-Sessions und Bring-your-own-IP, damit deine Adressen mit dir umziehen, statt einem Hoster zu gehören.
- Größere Hardware (EPYC-Klasse und Dual-Socket-Server) für Datenbanken, Build-Pipelines und Web-Backends, die über viele Threads skalieren, wie es ein Game-Tick-Loop nie tut.
- Stundengenaue Abrechnung und Provisionierung per API, damit Event-Kapazität für ein Wochenende hochfährt und danach wieder verschwindet.
Genau da kommt Serverside.com ins Spiel, das Schwesterunternehmen von Host Havoc. Dort laufen Bare Metal Dedicated Server in sieben Metropolregionen in Nordamerika und Europa im eigenen Netz (AS55285), mit selbst definierten privaten Netzwerken, BGP-Sessions für Kunden-IP-Ranges, doppelten Uplinks an getrennten Switches, Installationen per eigenem ISO oder iPXE und stunden- oder monatsweiser Abrechnung. Die Palette reicht vom Xeon E3-1270 für $90/Monat bis zum EPYC 9354P mit 32 Kernen, 512 GB DDR5 und zwei 40-Gbps-Ports für $1,320/Monat. Wenn bei dir ausschließlich Gameserver laufen, ist eine Host-Havoc-Maschine mit dem enthaltenen Gameserver-Panel die einfachere Wahl. Sind die Gameserver nur noch ein Teil eines größeren Stacks, fängst du besser dort an.
So legst du los
Ein Dedicated Server rechnet sich, sobald du genug Gameserver betreibst, dass der Aufschlag pro Slot beim gemieteten Hosting mehr kostet als die Miete der ganzen Maschine. Nimm eine CPU-Stufe mit starker Single-Core-Leistung, plane RAM pro Spiel statt pro Maschine, und setz auf ein Panel, wenn du lieber deine Community verwaltest als systemd-Units.
Die Dedicated Server fürs Gamehosting von Host Havoc starten bei $200/Monat für die Xeon-E-2388G-Stufe und reichen hoch bis zum Ryzen 9950X für $385/Monat, bei jeder Stufe inklusive kostenlosem Verwaltungs-Panel, DDoS-Schutz und ohne Vertragsbindung.